Nachruf

Paul Flora war stolz darauf, dass seine Zeichnungen nicht nur in Museen, sondern in Abertausenden Wohnzimmern jener hängen, die man gemeinhin als „einfache Menschen“ bezeichnet. Seine Popularität war groß, und er hat sich ihrer nicht eitel und elitär geschämt, sondern sie alle Tage genossen.

Als Künstler hatte er die Gabe des bösen Blicks, dem das Verlachenswerte in der Welt auffällt, auf dass er es in seinen Zeichnungen festhalte; als Mensch aber war er geradezu arglosen Sinnes, witzig, hilfsbereit, das lebende Beispiel dafür, dass große Künstler keine Egomanen sein müssen. Die Kunst, die er nimmermüde bis ins hohe Alter geschaffen hat, weil ihm das Zeichnen von Kindheit auf das natürliche Metier seines Lebens war, ist tatsächlich für alle da: Sie erfreut den Kenner der graphischen Tradition und den Betrachter, der sich ihr ohne kunstgeschichtliches Vorwissen stellt, ihr Witz ist subtil und hintergründig, ihre Form meisterhaft.

Es bleiben seine Kunstwerke; aber es wird auch so schnell nicht die Erinnerung an einen wahrlich noblen Menschen verblassen, der sich in seiner eigenen, humanen Lebenskunst selbst erschuf und alle bezauberte, die ihm zu begegnen das Glück hatten.

Zur Person des Verfassers:
Karl-Markus Gauß, 1954 in Salzburg geboren, freier Schriftsteller, mit Paul Flora seit vielen Jahren befreundet. Als er 2001 mit dem „Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz“ ausgezeichnet wurde, hielt Paul Flora die Laudatio.

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